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Aktuell
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02.11.2004:
"Unsere Schulen müssen homofreundlicher werden"
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Trotz aller Freiheiten, die sich Schwule und Lesben in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren erkämpft haben, gibt es immer noch Bereiche, in denen sich Diskriminierung gegen Schwule und Lesben immer noch hartnäckigst hält. Einer davon ist der Schulhof.
Entgegen aller Trends wird gerade in Schulen immer noch mit der "schwulen Sau" und der "Kampflesben" gepöbelt, unterdrückt und gemobbt.
Die GAL lud daher am Dienstag (2.11.) zu Veranstaltung "Unsere Schulen müssen homofreundlicher werden!" eingeladen. In einer offenen Diskussion wurde dieses komplexe Thema beleuchtet
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Die Probleme der SchülerInnen...
Zahlreiche Schülerinnen und Schüler hatten die Veranstaltungen besucht hatten, konnten zahlreiche Erfahrungen einbringen.
Der Tenor war klar: auch wenn im engsten Freundeskreis oftmals gut oder "besser als erwartet" angenommen wurde, verbreitete sich das Coming out rasch in der gesamten Klasse, der Jahrgangsstufe und oft in der gesamten Schule.
Und dies hat Folgen: nicht selten gab es Anfeindungen, viele Schülerinnen und Schüler registrierten, dass hinter ihrem Rücken getuschelt wird.
Oftmals nutzte auch der offensive Umgang nichts, denn auch Lehrer reagierten oft mit Ignoranz, eine Schülerin würde nach ihrem Outing offen angefeindet.
In einigen Fällen stellten nicht die Lehrer, sondern die Schulleitung das Problem dar. So berichteten Schüler von Fällen, in denen Aktionen zum Thema Homosexualität schlichtweg verboten wurden.
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... die Ängste der Lehrer...
Die Diskriminierung macht leider auch vor den Lehrern nicht halt. So berichtete eine Lehrerin, dass Lehrer als "schwule Säue" beschimpft und z.T. offen wegen ihrer Homosexualität gemobbt wurden.
Diese Probleme traten hauptsächlich an Schulen auf, die oftmals von Schülern der unterschiedlichsten Nationalitäten besucht werden. Oftmals scheinen kulturelle Unterschiede den Nährboden für den Hass gegen Schwule und Lesben zu bilden.
So überlegen es sich Lehrende oft dreimal, bevor sie sich als Schwule oder Lesben zu erkennen geben. Es gab zwar durchaus positive Erlebnisse (hohe Akzeptanz in der eigenen Klasse), offenbar scheint das Coming Out immer noch ein Thema zu sein, dass es wert ist, in der gesamten Schule verbreitet zu werden.
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... und was nun?
Wie in den meisten Fällen konnte auch hier keine Paradelösung gefunden werden. Es kristallisierten sich jedoch einige Möglichkeiten und Chancen heraus:
Zum einen gibt es die Arbeit an der Basis. Die Gruppe "Soorum" bietet interessierten Klassen, Lehrern Jugendgruppen und anderen Jugendorganisationen das Gespräch mit schwulen und lesbischen Jugendlichen an. Bereits in der Vergangenheit konnten so Vorurteile abgebaut und Jugendliche für das Thema Homosexualität sensiblisiert werden.
Die nächste Alternative ist die weitaus aktivere Einbindung des Themas "(Homo-)Sexualität" in den Unterricht. Hier sind vor allem Lehrer gefragt, die über ihren Schatten springen und den Lehrauftrag (der übrigens bereits als Aufgabe in den Lehrplänen festgeschreiben wurde) aktiv erfüllen.
Eine dritte Alternative könnte die Politik: zum einen müssten Möglichkeiten geschaffen werden, etwaige Blockaden einzelner Schulleiter zu beseitigen. Durch eine Integrationspolitik gerade für ausländische Mitbürger und Gespräche mit islamischen Gruppen bieten sich Chancen, Vorurteile abzubauen und für mehr Toleranz zu werben.
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Mehr Infos...
Schon jetzt gibt es einiges für Schüler, Lehrer und Jugend-Institutionen.
Als beste Anlaufstelle in Hamburg sei an dieser Stelle die Gruppe "Soorum" genannt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, über schwule und lesbisches Leben aufzuklären. Zu diesem Zweck besuchen schwule und lesbische Schüler sowie ausgebildete Fachkräfte Klassen, Jugendgruppen und all die Gruppen, die einen Besuch wünschen.
Der Erfolg kann sich sehen lassen: zwar können nicht alle Vorurteile aufgehoben werden, oft aber erfahren die Kiddies andere Fakten als die Vorurteile, die sonst an sie herangetragen werden.
Jugendliche, die sich bezüglich ihrer Sexualität nicht sicher sind, können sich ebenfalls an Soorum (www.soorum.de) wenden. Hier und im Magnus-Hirschfeld-Centrum (hamburg.gay-web.de/mhc) gibt es Antworten auf viele Fragen.
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Eingestellt von: Oliver Hoogvliet |