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27.04.2008: Pressekonferenz im Sub

Innen und Außen

Neuer Vorstand

Der Sub-Vorstand (v.l.n.r.): Jürgen Schlischo, Lars Fröhlich, Kai Gugel, Andreas Klose, Uwe Hagenberg
Der Sub-Vorstand (v.l.n.r.): Jürgen Schlischo, Lars Fröhlich, Kai Gugel, Andreas Klose, Uwe Hagenberg
Quelle: www.subonline.org

Vor kurzem hat das Sub zu einer Pressekonferenz geladen, um über den neuen Vorstand, den Maibaum und das Zentrum zu informieren. Der neue Vorstand hat viel vor: Nach außen und innen stärker öffnen, um sichtbarer zu werden.

Die Mitgliederversammlung hat entschieden. Vier Altgediente und ein neuer Mitarbeiter engagieren sich künftig im neu gewählten Vorstand des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums München Sub e.V. Der gemeinnützige Verein muss sichtbarer werden, fordert das ehrenamtliche Gremium – nicht nur im Szeneviertel.

Sie alle kennen das Sub schon seit Jahren, vier von ihnen waren die vergangenen zwei Jahre bereits im Vorstand tätig. Lars Fröhlich, 31, Uwe Hagenberg, 51, Andreas Klose, 41, und Jürgen Schlischo, 48, haben die Mitglieder des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums München im Rahmen einer ordentlichen Mitgliederversammlung am 30. März eindeutig im Amt bestätigt. Neu hinzugekommen ist Kai Gugel, 27. Er übernimmt im Vorstand das Ressort Schriftführung und Koordination. Außerdem neu: Uwe Hagenberg trägt künftig neben der Verantwortung fürs Personal die Öffentlichkeitsarbeit der Organisation. Lars Fröhlich unterstützt ihn dabei und betreut in Zukunft die IT des Vereins, das Ressort, das bis dato Florian Fell, 49, oblag. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Andreas Klose verwaltet die Finanzen, Jürgen Schlischo kümmert sich um die Haustechnik. Der fünfköpfige Vorstand bleibt zwei Jahre im Amt.

Ein Maibaum fürs ganze Viertel

Die Eiche-Wirte Sepp Sattler (l) und Dietmar Holzapfel (r) und der Maler Robert C. Rore (m)
Die Eiche-Wirte Sepp Sattler (l) und Dietmar Holzapfel (r) und der Maler Robert C. Rore (m)
Quelle: www.subonline.org

Die Idee, einen Maibaum im Viertel fürs Viertel aufzustellen, hatte im vergangenen Jahr der Künstler Michael Borio. Doch so einfach ging das nicht. Sepp Sattler (Deutsche Eiche) als Stifter des Baumes, der Maler Robert C. Rore, der „Ideengeber“ Michael Borio sowie Subvorstand Uwe Hagenberg berichteten von dem steinigen Weg durch Gremien und Behörden. Der Bezirksausschuss musste in mehreren Besprechungen von dem Vorhaben eines Integrationsmaibaumes überzeugt werden, eine förmliche Baugenehmigung musste her und schließlich stellt der Transport des zunächst 13 m langen Baums von Taufkirchen zum Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz ein nicht zu unterschätzendes Logistikproblem dar. Im Bezirksausschuss war gar die Rede von entarteter Kunst die Rede und am Ende befand ein Statiker, dass der Baum wegen der Windlast maximal 10 m hoch sein darf.

In den kommenden drei Jahren gestalten verschiedene Künstler den Glockenbachmaibaum, die kulturelle und soziale Einrichtungen des Viertels für diesen Zweck engagieren. Die erste Station ist dem Brauchtum und der Tradition verpflichtet. Die Bildmotive dafür legt der Maler Robert C. Rore vor, der regelmäßig in der Galerie Kunstbehandlung ausstellt. Der Künstler Michael Borio konzipiert 2008 außerdem Sprossen zum Thema Lesben und Schwule, die das Glockenbachviertel seit jeher stark prägen.

2009 folgt eine Tafel von einem Künstler, den das Wirtshaus im Fraunhofer aussucht. In diesem Jahr entsteht auch eine Station vom Nord Süd Forum im Eine-Welt-Haus (Thema: "Heimat"). 2009 kommen daneben die Jugendlichen des Stadtbezirks zum Zuge; für die künstlerische Gestaltung ihrer Sprosse hat sich das Kinder- und Jugendzentrum Kunterbunt angeboten. Im dritten Jahr schließlich, 2010, soll sich unter anderem das Gärtnerplatztheater daran beteiligen, den Glockenbachmaibaum auszuschmücken. Gespräche laufen.

Das Maifest unterm Glockenbachbaum bestreiten von 11 Uhr bis 19 Uhr neben den Ismaninger Burschen zahlreiche Musiker und Künstler. Neben den altbekannten und allseits beliebten Schwuhplattlern und den Philhomonikern treten auf: der Attac Chor aus dem Eine-Welt-Haus, die Aubinger Blasmusik sowie das junge Volksmusikensemble Kofelgschroa. Außerdem auf dem Programm: Pamuzinda, Volksmusik aus Simbabwe, und Silvia Francesca, Schlagersängerin und Entertainerin. Die Deutsche Eiche, das Wirtshaus im Fraunhofer und das Café Selig sind Kooperationspartner des Sub; sie unterstützen das Projekt Maibaum und sorgen am 1. Mai für Speis und Trank. Löwenbräu hat 1000 Liter Bier gespendet, die die Wirte nun gegen Entgelt fürs Sub ausschenken. Rischarts Backhaus und die Schwusos von der SPD tragen ebenfalls zum Fest bei.

Blick nach innen

Das Sub
Das Sub
Quelle: www.subonline.org

Daneben richtet das Sub seinen Blick nach wie vor immer auch nach innen, in die schwullesbische Szene. "Wir weiten unser Angebot für Gruppen aus, die in der Vergangenheit nur selten zu uns gefunden haben", sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg. Für Schwule mit Migrationshintergrund wird es 2008 neue Gruppen geben. Auch das Schwule Patenprojekt wird optimiert: Das Sub öffnet den Besuchs- und Begleitdienst für sozial Bedürftige statt wie bisher lediglich Senioren anzugehen. Eine Coming-Out-Gruppe für Männer über 30 gibt es künftig zweimal im Jahr. Auch die Rechtsberatung weitet das Sub aus: Statt einmal im Monat klären zukünftig zwei Rechtsanwälte kostenlos über juristische Fragen rund ums schwule Leben auf. Schwerpunkte bilden das Lebenspartnerschaftsgesetz und das Arbeitsrecht.

In die Szene blickt auch das Projekt Prävention im Sub. Die HIV-Vorsorge führt 2008 eine Szenebefragung durch, um ihr Angebot für die Schwulen der Stadt zu optimieren. Es geht unter anderem darum, die Aktionen der Sittenstrolche zu evaluieren. Natürlich wird auch weiterhin der HIV-Test im Sub angeboten. Er soll, so das Ziel, bald quartalsweise stattfinden.

"Unsere Projekte und Gruppen arbeiten hochprofessionell, kein anderes Schwulenzentrum in der Bundesrepublik kann ein vergleichbares Angebot vorweisen", sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg. "Auch unser Kulturprogramm für 2008 ist ambitioniert." Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München will sich gerade im 850. Jahr der Stadtgründung, in dem München zum Brückenbauen aufgerufen hat, nicht auf die klassischen Highlights wie den CSD oder das Hans-Sachs-Straßenfest beschränken, wie das Projekt Maibaum zeigt. Denn, sagt Hagenberg: "Wir sind Teil dieser Stadt, wir bereichern und gestalten München mit."

Eingestellt von: Wolfgang Burkhard
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