Maibaumstehlen gehört zur Tradition
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| Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München |
„Ein Drama ist das nicht“, sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg, „eher eine Gaudi“. Das Sub, das Schwule
Kommunikations- und Kulturzentrum München, stellt in diesem Jahr zum ersten Mal einen Maibaum im Glockenbachviertel auf – zusammen mit anderen sozialen und kulturellen Einrichtungen des Viertels. Robert C. Rore gestaltet 2008 den Teil „Tradition und Brauchtum“, der Künstler Michael Borio setzt in diesem Jahr die Lesben und Schwulen in Szene, die den Stadtbezirk zwischen Glockenbach und Gärtnerplatz prägen.
Der Maibaumklau gehört in Bayern ebenso zur Tradition wie das Maibaumaufstellen. In der Regel bringen die Diebe ihr Raubgut am 1. Mai zurück, wenn die Gemeinschaft versammelt ist, um den Baum aufzustellen. Dann werden in aller Öffentlichkeit Verhandlungen geführt, der Baum muss mit einer Brotzeit und Freibier ausgelöst werden. „Die Show verspricht eine Menge Spaß“, sagt Hagenberg.
Die Lokalpresse hatte in den vergangenen Wochen rege über den Glockenbachmaibaum berichtet, der als Integrationsmaibaum die Vielfalt des Quartiers widerspiegeln soll. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Rore. Einem alten Brauch folgend wächst der Maibaum alljährlich um mehrere Quersprossen, bis er nach vier bis sechs Jahren komplett erneuert wird. In den kommenden drei Jahren gestalten verschiedene Künstler den Glockenbachmaibaum, die die Partner der Aktion wie das Nord Süd Forum oder das Gärtnerplatztheater eigens für diesen Zweck engagieren. Erst am Dienstag hatte der Münchner Merkur berichtet, die CSU wolle den Sub- Baum stehlen. Sein Standort war allgemein bekannt. Der Burschenverein Ismaning war schneller.
„Sicher: Der Glockenbachmaibaum ist ein Symbol für die Gemeinschaft und das Zusammenleben der Menschen in diesem Stadtviertel“, sagt Sub-Vorstand Hagenberg. „Er ist aber auch ein Symbol für Brauchtum und Tradition; ein Maibaum kann geklaut werden. Warum sollte es uns da anders gehen als anderen in Bayern? Immerhin haben wir so das Transportproblem elegant gelöst. Mit der Frage, wie wir den Maibaum zum Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz bringen, müssen sich nun andere beschäftigen.“
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