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13.03.2008: Gleichstellung

Berlin beschließt Gleichstellung im Beamtenrecht

Breite Unterstützung durch Abgeordnete der anderen Fraktionen

Die regierenden Fraktionen im Abgeordnetenhaus von Berlin, die SPD und die Linke, haben gestern die Gleichstellung von lesbischen Beamtinnen und schwulen Beamten im Besoldungs- und Versorgungsrecht beschlossen. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Wir begrüßen die von der Fraktion der SPD und der Fraktion der Linken eingebrachten Reformvorschläge zur weiteren Gleichstellung von Lebenspartnerschaften. Die Koalition hat beschlossen, verpartnerte lesbische Beamtinnen und schwule Beamten im Rahmen der Reform des Besoldungsgesetzes beim Familienzuschlag gleich zu stellen. Die Gleichstellung bei der Hinterbliebenenversorgung wird durch ein eigens dafür geschaffenes Beamtenversorgungsgesetz erreicht.

Die Regierungskoalition des Berliner Abgeordnetenhauses nutzt damit den Kompetenzzuwachs im Beamtenrecht, der den Ländern durch die Föderalismusreform zugewiesen wurde. Wir hoffen, dass nun auch andere Landesregierungen die notwendige Gleichstellung nicht länger aufschieben. Bislang ist die vollständige Gleichstellung im Beamtenrecht nur in Bremen vollzogen worden. In Niedersachsen haben sich CDU und FDP im Koalitionsvertrag zur Gleichstellung verpflichtet. Im Bund wird dieses Anliegen bislang von der Fraktion der CDU/CSU abgelehnt, obwohl die EU-Kommission eine Gleichstellung aufgrund des EU-Rechts angemahnt hat.

Erfreulich ist auch, dass das von SPD und Linke eingebrachte Reformvorhaben inhaltlich eine breite Unterstützung durch Abgeordnete der anderen Fraktionen findet. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst der auf verdi und das Aktionsbündnis ,Keine halben Sachen' zurückgehenden überparteilichen Initiative zur vollständigen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften.

Völklinger Kreis e.V. setzt auf Vorbildfunktion für andere Bundesländer

Der Völklinger Kreis e.V. – Bundesverband schwuler Führungskräfte begrüßt den Beschluss der Koalitionsfraktionen von SPD und DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus vom 12.03.2008 zur Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe im Beamtenrecht auf Landesebene.

Vorstandsmitglied Torsten Kluge sagte dazu: „Wir freuen uns über diese Entscheidung und wünschen, dass der entsprechende Antrag von allen Fraktionen des Abgeordnetenhauses unterstützt wird. Der Völklinger Kreis e.V. hofft, dass dieser Schritt Vorbildfunktion für andere Bundesländer hat, diesem positiven Beispiel zum Abbau der Diskriminierung eingetragener Lebenspartnerschaften zu folgen. Das Land Berlin geht so voran und hilft das Ungleichgewicht der Rechtslage zu beseitigen. Dieses räumt bislang eingetragenen Lebenspartnern wenige Rechte ein, erlegt ihnen aber viele Pflichten auf. Ein Missstand, dessen Beseitigung längst fällig ist.“

Die Rot-Roten Koalitionsfraktionen von SPD und DIE LINKE hatten in einer gemeinsamen Erklärung beschlossen, die bestehende Ungleichbehandlung von Lebenspartnerschaften gegenüber der Ehe zügig zu beseitigen, damit der Familienzuschlag auch verpartnerten Beamten und Richtern gewährt, und die Hinterbliebenenversorgung entsprechend angepasst wird.

Bisher sind Lebenspartnerschaften im Beamtenrecht nur im Bundesland Bremen der Ehe gleichgestellt. Der Völklinger Kreis e.V. setzt sich als Berufsverband aktiv für die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Beamtenrecht auf Länder- sowie Bundesebene ein.

Der Völklinger Kreis e. V. ist der Bundesverband schwuler Führungskräfte. Gegründet 1991 in Hamburg setzt er sich für ein diskriminierungsfreies Arbeits- und Lebensumfeld schwuler Führungskräfte ein. Er ist ein Netzwerk auf beruflicher und privater Ebene. Die rund 700 Mitglieder organisieren sich in 19 Regional- und 12 Fachgruppen. Dort werden ein berufsübergreifender Erfahrungsaustausch sowie gegenseitige Unterstützung im beruflichen und privaten Bereich gelebt. In den Fachgruppen bündelt der Völklinger Kreis sein Fachwissen und macht es seinen Mitgliedern nutzbar.

Eingestellt von: Wolfgang Keller (Würzburg)
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