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18.10.2004: LSU-BMV

Roland Heintze ist neuer LSU-Bundesvorsitzender

Bundesmitgliederversammlung der LSU in Münster

Der neue Bundesvorstand der LSU
Der neue Bundesvorstand der LSU
LSU

Die Bundesmitgliederversammlung der LSU hat am Wochenende den Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft, Roland Heintze, zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Gleichzeitig hat die LSU ihr Programm für die Arbeit bis zur Bundestagswahl verabschiedet.

Bei der Neuwahl des gesamten Bundesvorstandes wurde Axel Hochrein in seinem Amt als stellvertretender Bundesvorsitzender bestätigt, Thomas Mehlkopf aus Essen wurde ebenfalls zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Mit den eindrucksvollen Wahlergebnissen von jeweils 97% der Stimmen, wurde auch das programmatische Vorgehen der LSU bis zur Bundestagswahl 2006 verabschiedet. „Die Union spricht in der Gesellschaftspolitik heute nicht mehr mit einer Stimme“, stellt Heintze fest. „Wir wollen dafür Sorge tragen, dass die modernen Kräfte sich bis zur Bundestagswahl 2006 durchsetzen. Das muss sich dann auch inhaltlich im Wahlprogramm der Union niederschlagen“, umreißt Heintze das Ziel.

Auch wenn sich für die Hamburger Initiative diesmal noch keine Mehrheit in den Unions-Ländern fand, war sie nach Ansicht der LSU ein Anzeichen für den an Fahrt zunehmenden Wandel innerhalb der Union. Dies bestätigt auch das schriftliche Grußwort der Vorsitzenden der CDU, Angela Merkel, die feststellt: „ Angesichts der heute anzutreffenden Vielfalt der Lebensentwürfe und Lebensstile der Menschen – insbesondere in den großen Städten – ist es für die politische Arbeit unverzichtbar geworden, diese Pluralität anzunehmen und ihr gerecht zu werden. Dazu trägt die LSU durch ihr Engagement bei. ...Die LSU ist gerne eingeladen, sich an diesen wichtigen Diskussionen über den Weg Deutschlands in die Zukunft zu beteiligen.“

„Unsere Partei muss noch schneller lernen, dass Ehe und Familie und eingetragene Lebenspartnerschaft auf gleichen Grundwerten beruhen. Wer versucht sie gegeneinander auszuspielen, zeigt sich unfähig für eine zukunftsfähige Familienpolitik“, stellt Heintze klar. Dieser Verantwortung muss sich die Union in den anstehenden Gesetzgebungsverfahren zum Thema Lebenspartnerschaft im Bundestag und Bundesrat stellen. Die LSU wird die richtige Entscheidung dabei innerhalb der Union sachlich und argumentativ bewerben und vertreten.

Mehr dazu auf der LSU-Homepage unter www.lsu-online.de

Die Redaktion von gay-web wünscht dem neuen Bundesvorstand der LSU viel Erfolg bei seiner bevorstehenden Arbeit.

Wieviel Merkel darf es denn sein?

Lesben und Schwule in der Union
Lesben und Schwule in der Union
Kommentar von Wolfgang Keller:
Sie haben eine gute Entscheidung getroffen, die Delegierten der LSU-Bundesmitgliederversammlung. Mit Roland Heintze wurde ein kühler Denker an die Spitze der Lesben und Schwulen in der Union gewählt. Einer, der sein Geschäft versteht und Kompetenzen aufweisen kann. Aber ihm und seinen Mannen - Frauen sind auch im neuen Bundesvorstand nicht vertreten - stehen harte Zeiten ins Haus, denn oft genug werden zwar die Unionsparteien in Pressemitteilungen der LSU aufgefordert dies oder jenes zu unterlassen oder dem einen oder anderen zuzustimmen, ja endlich die Lebensrealität zu erkennen, aber folgen tun die Parteifreundinnen und -freunde ihren warmen Brüdern nicht.

Dabei sind die Herren in der Führungsspitze der LSU doch wirklich nicht schwer zufrieden zu stellen. So eine kleine Einladung zu einem Bundesparteitag oder ein nettes Grußwort der Vorsitzenden der CDU Deutschlands zur Bundesmitgliederversammlung genügen schon, um die konservativen Homosexuellen zum Jubeln zu bringen. Zwischendurch stellt sich die Frage: Was nun Herr Stoiber? Wo war Ihr Grußwort? Oder hatte es der bayerische Landesvorsitzende und wiedergewählte stellvertretende Bundesvorsitzende Axel Hochrein zu Hause in der Provinz vergessen?

Schön ist es zu lesen, das Grußwort von Frau Merkel. Schön, wenn man es überfliegt und sich denkt: Ach, ist doch ganz fortschrittlich die Frau. Im Detail wird die Sache dann schon weniger fortschrittlicher und bleibt konservativ. Mit Lob spart die First Lady der CDU beileibe nicht und das verdient die LSU auch, denn etwas Schwung hat sie in den trägen Haufen gebracht, vor allem in den letzten Jahren dank eines gut eingespielten Führungsteams, aber auch Frau Merkel weiss: Lob beschwichtigt die Gemüter. Interessant die Aussage im Grußwort: "Zum 'Markenkern' der CDU gehört an herausgehobener Stelle das Eintreten für die Belange von Familien und den in ihnen aufwachsenden Kindern." Oh wie wahr. Jetzt müssen die Lesben und Schwulen in der Union ihrer Angie nur noch beibringen, Familie auf LSU Art zu definieren ... ach wär' das schön.

Das komplette Grußwort der CDU Bundesvorsitzenden ist nachzulesen unter www.lsu-online.de

... dann mal viel Spass dabei.
Eingestellt von: Wolfgang Keller
Druckversion des Artikels (*PDF)

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