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28.01.2008: Preisverleihung

Felix-Rexhausen-Preis vergeben

Sonderpreis für WDR-Produktion an Kerstin Kilanowski

Ted Anspach
Ted Anspach

Für seine Fernsehdokumentation „Homosexualität – genetisch bedingt?“ ist der Journalist Ted Anspach (31) mit dem Felix-Rexhausen-Preis ausgezeichnet worden. Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) verlieh den mit 500 Euro dotierten Journalistenpreis am Samstagabend in Köln. Anspach beziehe „auf verantwortungsvolle Weise Stellung für eine unvoreingenommene Anerkennung lesbischer und schwuler Lebensweisen“, lobt der BLSJ. Die Dokumentation wurde am 13. Februar 2007 auf Arte gesendet.

Ted Anspach zeigt in seiner Dokumentation, dass Homosexuelle noch immer ausgegrenzt werden, indem beispielsweise Forscher in den USA weiterhin nach einem „Homosexualitäts-Gen“ suchen. Diese Frage ist allerdings längst überholt: Sie lässt sich nicht beantworten und hilft Homosexuellen in der Gestaltung ihres Lebens auch gar nicht weiter. Ted Anspach gelang es zudem, eine „Therapiesitzung“ fundamentaler und evangelikaler Christen zur „Heilung“ von Homosexualität zu filmen. Dabei wird der Zuschauer zum Beobachter einer offenkundig menschenunwürdigen Situation. Der Filmemacher verliere „niemals die politische Brisanz des Themas aus dem Blick“, lobt Jury-Mitglied Dr. Jürgen Bräunlein. Anspach liefere „eine ebenso informative wie spannend aufbereitete Dokumentation, die sich jeden reißerischen Ton verbietet“.

Ted Anspach ist Franzose und lebt in Paris. Nach seinem Jura-Studium an der Elite-Universität Sorbonne kam er zum Journalismus. Für Arte und den französischen Bildungssender France 5 dreht er Dokumentarfilme zu sozialen und historischen Themen. Zurzeit arbeitet er an einer Ronald-Reagan-Biographie für Arte. Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro spendet Anspach an die lesbisch-schwule Hilfs- und Beratungsorganisation Lambda im polnischen Kraków.

Neben Anspach zeichnet der BLSJ Kerstin Kilanowski mit dem undotierten Sonderpreis des Felix-Rexhausen-Preises aus. Damit wird ihr dreistündiges Radio-Feature „Tanz auf der Grenze – Was ist Mann, was ist Frau?“, gesendet auf WDR3 am 30. Juni 2007, gewürdigt.

Der lesbisch-schwule Medienpreis wurde zum zehnten Mal vergeben. Der BLSJ würdigt damit ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben und Schwule.

Felix Rexhausen, der Namenspatron des Preises, wurde 1932 in Köln geboren und starb 1992 in Hamburg. Er war gemeinsam mit Gerd Ruge und Carola Stern Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International und arbeitete für den Rundfunk sowie für Zeitungen und Zeitschriften. Rexhausen war noch zu Zeiten des alten Paragrafen 175 ein selbstbewusster Journalist, der die Lebensumstände schwuler Männer eindringlich thematisierte.

Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ e.V.) ist ein Netzwerk, das zurzeit bundesweit rund 200 lesbische Journalistinnen und schwule Journalisten verbindet. Die Medien spielen eine entscheidende Rolle beim Abbau von Vorurteilen. Deshalb setzt sich der BLSJ für eine faire und realitätsgetreue Berichterstattung über Lesben und Schwule ein – eine Berichterstattung, die jenseits von Klischees die Vielfalt lesbischer und schwuler Lebenswelten abbildet. Der BLSJ wird gegen homophobe Medienberichte aktiv und engagiert sich für die Rechte und Interessen lesbischer und schwuler JournalistInnen. Außerdem dokumentiert er Fälle von Diskriminierung am Arbeitsplatz und organisiert Diskussions-Foren und Weiterbildungs-Veranstaltungen.

Eingestellt von: Wolfgang Keller (Würzburg)
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