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International

07.10.2004: Italiens Peinlichkeiten

Italiens Peinlichkeiten

Christdemokrat stößt auf Ablehnung bei seiner Vorstellung

Rocco Buttiglione
Rocco Buttiglione
www.cdu.it

Brüssel - Der designierte Innenkommissar Rocco Buttiglione ist bei seiner Vorstellung vor dem Innen- und Justizausschuss des europäischen Parlaments in Brüssel mehr oder weniger durchgefallen. Dies hatte gleich mehrere Gründe. Einer davon war seine wenn auch verklausulierte Ablehnung von Homosexualität. Er wies jede Kritik an seinen Äußerungen über Schwule und Lesben zurück. Seine Aussagen er denke "vielleicht, dass Homosexualität eine Sünde ist" zeigten schon, dass seine Nähe zum Vatikan nicht von ungefähr kommt.

Schwule und Lesben sind keine eigene Gruppe

Cristiani Democratici Uniti
Cristiani Democratici Uniti
www.cdu.it

Seine Aussagen zur Homosexualität können weit reichende Folgen haben. So kann man davon ausgehen, dass er die Rechte von Schwulen und Lesben nicht fördern wird. Diese haben laut seiner Aussage dieselben Rechte wie alle EU-Bürger, würden aber nicht als eigene Gruppe von ihm anerkannt. Das bedeutet nichts anderes als eine Ablehnung von weiteren Rechten für Schwule und Lesben. Ein einheitliches europäisches Recht bei der Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften steht nach dieser Sicht der Dinge in weiter Ferne, zumal für ihn der Sinn der Ehe und Familie darin besteht, dass die Frau Kinder auf die Welt setzt und sich von Ihrem Mann beschützen lässt. Ein etwas weltfremdes Bild, welches gut zum Motto der Christdemokraten Italiens passt - eine neue Partei mit altem Herz. Nicht umsonst gibt es bei den Christdemokraten in Italien nur eine einzige Frau als Volksvertreterin im nationalen Parlament bzw. Senat unter 24 männlichen Abgeordneten bzw. Senatoren.

Teilnehmer der Anhörung waren teilweise schockiert

Seine Aussagen zu Familie und Homosexualität haben ihm keine Freunde beschert. Mehrere Abgeordnete zeigten sich empört über seine Aussagen und lehnen ihn ab. Vor allem die sozialistischen und grünen Ausschussmitglieder sprachen sich gegen eine Nominierung zum EU-Innenkommissar aus. Die eigene Fraktion (EVP), der auch die deutschen Christdemokraten zugehören, lobte den Mann, der auch in Berlusconis Kabinett sitzt, als die richtige Wahl für die Innen-, Asyl- und Einwanderungspolitik. Eine Abwahl Buttigliones ist trotz der heftigen Widerstände unwahrscheinlich, weil nur sämtliche Kommissare abgelehnt werden können und nicht über Einzelpersonen abgestimmt wird.

Eingestellt von: Stefan Reck
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