Der Kommentar
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Würde dieser Beitrag von Report tatsächlich so stimmen, dann hätte uns die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) einen Bärendienst erwiesen. Einen tödlichen sogar. Doch wer die DAH und ihre Arbeit kennt weiß, dass dem so nicht sein kann. Sex macht Spaß, Sex soll auch Spaß machen, und Menschen mit HIV/AIDS sollen genauso ihr Sexualleben ausleben. Doch mit HIV/AIDS ist einfach nicht zu spaßen. Es gibt in der Forschung keine Gegenmittel. Man kann sich nicht mal soeben aus Spaß an der Freud‘ anstecken, um dann ein paar Tage später den Virus wegzumachen. Eine Infektion ist eine Einbahnstraße. Der HI-Virus bleibt, und das zeitlebens. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann man am Ende ankommt. Doch schlimmer noch: Als bereits Infizierter kann man diese Zeitschiene brutal abkürzen. Dazu genügt eine weitere Infektion mit einem andern HI-Virenstamm, einer anderen Geschlechtskrankheit oder sogar die erneute, zusätzliche Infektion mit demselben Virenstamm, den man bereits in sich trägt. Hier nicht dagegen vorzugehen, hier keine Aufklärungsarbeit zu leisten, ist mehr als nur grob fahrlässig. Doch die DAH informiert ausdrücklich darüber. Im Bericht von Report wird mit der Freiheit und der Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen argumentiert. Freiheit, das ist fein. Freiheit, das macht Spaß. Bedeutet dass: „Ich fühle mich so frei und stecke dich nun mit HIV an, weil’s mir Spaß macht?“ – Die Antwort darauf erspare ich mir! Auch der Begriff „Mode“ und „trendig“ sticht nicht, um Barebacking zu legitimieren. Im Gegenteil: „Mode“, das hat noch nie etwas mit Freiheit zu tun gehabt, sondern mit Gruppenzwang. Dabei sein ist Alles. Und darum: „Beine breit und HIV hinein!“ – Sorry, aber das kann es nun wirklich nicht sein. Freiheit und Mode, ich betrachte das in diesem Zusammenhang nur als Deckmäntelchen der Feigheit, die Feigheit zu sagen, dass man es lieber mit Gummi hätte, die Feigheit davor, deshalb vielleicht als „out“ zu gelten und nicht mehr als „in“. Eigenverantwortung ist sicherlich eines der obersten Gebote des Menschseins. Aber die Verantwortung für den Gegenüber ist ein Gebot des menschlichen Umgangs miteinander. Der Vorwurf von Report selbst gegen die DAH läuft ins Leere, da die Praxis der DAH eine andere ist. Gerade die DAH fordert dazu auf, verantwortlich mit dem Gegenüber umzugehen. Trotzdem muss die DAH eines tun: Missverständnisse ausräumen und irreführende Broschüren einstampfen. Der Schaden aber, der durch diese Art des Journalismus angerichtet wurde, wird bleiben. Bis die Volksmeinung das vergessen hat, wird noch viel Wasser den Rhein, die Spree, die Elbe und die Isar runterfließen müssen. Ohne dass man der DAH wirklich einen Vorwurf machen kann, werden sich in dieser Zeit viele Menschen mit HIV infizieren oder sich schlimmere Poly-Infektionen einhandeln. Für die, die sich dem entziehen wollen, bleibt nur ein bewährtes Mittel: Safer Sex anstatt Barebacking. Bitte seid so frei: Kondom auf und dann Spaß, nichts sonst!
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