Liebesleben als Wirtschaftsfaktor
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| Prof. David G. Blanchflower |
Einmal mehr dienten ausgewachsene AmerikanerInnen – diesmal waren es 16.000 - der Welt als Versuchskaninchen, um herauszufinden, welche Rolle ein Sexualleben in der Gesellschaft und für die Wirtschaft spielt. Die Wirtschaftswissenschaftler David Blanchflower vom Dartmouth College in den USA und Andrew Oswald von der englischen Universität Warwick interessierten sich – angesichts lahmender Wirtschaft und steigender Arbeitslosenzahlen – dafür, was Menschen glücklich macht, denn nur glückliche Menschen sind auch produktive Menschen.
Und das Ergebnis der 7.000 männlichen und 9.000 weiblichen Versuchskaninchen? Sex macht Menschen am glücklichsten. Dabei spielt es keine Rolle, ob alt oder jung, Frau oder Mann, heterosexuell oder homosexuell, arm oder reich – alle wollen das Eine zum Glücklichsein: Sex, Sex und nochmals Sex. Und in ihrer Studie „Money, Sex and Happiness: An Empirical Study“ heißt es dann auch: „Der Einfluss von Sex auf das individuelle Glück ist statistisch klar, eindeutig und ausreichend belegbar". Dabei deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das besonders dann gilt, wenn der/die GeschlechtspartnerIn nicht gewechselt wird. Seitensprünge und bezahlter Sex ergaben, dass sich dadurch kein Glücksgefühl einstellt. Doch eine alte Weisheit scheint sich mal wieder zu bestätigen: „Dumm fickt gut“ – denn ein hohes Bildungsniveau führt bei Männern zu weniger Sex, während Frauen ihre PartnerInnen selektiver auswählen und seltener wechseln. Zwischen 1988 und 2002 wurden die Testpersonen einmal im Jahr gefragt, wie glücklich sie sind. Dazu kamen dann noch die Fragen nach den Details wie Häufigkeit, wechselnde PartnerInnen, usw. 70% der Befragten hatten in dem jeweiligen Jahr der Befragung nur eineN Partner/Partnerin, v.a. unter den Älteren ab 40, die zu 95% sich treu verhielten. Nur 4 der 7.000 befragten Männer hatten mehr als 100 PartnerInnen im Jahr, wobei das – so das Forscherteam – an der üblichen Übertreibung bei Männern liegen könnte, trotz anonymer Befragung (Anm.d.Red.: Und was ist mit möglicherweise befragten Callboys?). Unter den 9.000 Frauen gab keine an, mit mehr als 20 PartnerInnen verkehrt zu haben, wobei offensichtlich die Prostituierten darunter dafür entschieden haben, ihre Arbeit nicht als Sexualkontakte einzustufen.
Die Studie „Money, Sex and Happiness: An Empirical Study“ ist z.B. unter http://www.dartmouth.edu/~blnchflr/papers/FinalsentScanJsex04.pdf abrufbar.
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