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10.09.2004: Fall Murat

Grausamer Mord aufgeklärt

15-jähriger Schüler brutal ermordet

+ Murat Yildiz (15)
+ Murat Yildiz (15)
PD Dillingen

Seit dem 12. Juli 2004 war der 15-jährige Schüler Murat Yildiz aus Asbach-Bäumenheim (Kreis Donau-Ries, Bayern) spurlos verschwunden. Die Polizei ermittelte zunächst in alle Richtungen. Am 16. Juli bewahrheiteten sich schließlich die schlimmsten Befürchtungen: Murat wurde von einer Reitergruppe in einem Waldgebiet nahe seines Wohnortes tot aufgefunden. Er wurde offensichtlich sexuell missbraucht und ermordet. Teile seiner Bekleidung fehlten.

Wenige Tage später wurden auf einem Parkplatz bei Garmisch-Partenkirchen einige Kleidungsstücke gefunden – eine mehr oder weniger gelegte Spur, wie sich später herausstellt. Die 25-köpfige SOKO „Murat“ trat trotz mehr als 400 Hinweisen wochenlang auf der Stelle. Das änderte sich auch erst einmal nicht durch die Ausstrahlung des Falles in der ZDF Sendung Aktenzeichen XY ungelöst am 05. August 2004.

Ein Hinweis führte dann allerdings zu einem 41 Jährigen Mann aus dem Kreis Neuburg-Schrobenhausen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung verdichteten sich die Hinweise darauf, dass Murat über das Internet in schwulen Chaträumen unter dem Pseudonym Teenix Kontakt zu Männern suchte und hierbei auf seine Mörder stieß. Diese hatten sich, so die Spurenlage, in Emails bereits einen sexuell motivierten Mord ausgedacht.

Erfolg durch Phantombild

PD Dillingen
PD Dillingen

Am 27. August dann meldete die Polizei die Festnahme zweier dringend Tatverdächtiger: Der 41-jährige aus dem Kreis Neuburg-Schrobenhausen und ein 33 Jahre alter Schweizer. Beide waren geständig und schilderten der Polizei den Tathergang. Demnach hatten sie sich mit Murat über den Chat verabredet und sich in der Nähe des Bahnhofs Donauwörth mit ihnen getroffen. Sie fuhren mit ihm in einen Wald, hatten Sex mit ihm und brachten ihn dabei mit mehreren Messerstichen auf bestialische Weise um.

Die beiden Täter führten offensichtlich ein Doppelleben. In ihrem Umfeld ahnte niemand etwas von den sadistischen Fantasien, welche die beiden Männer im Internet auslebten. Sie berichteten den Ermittlern auch, dass Sie bereits vorher versucht haben, einen ca. 16 Jährigen zu vergewaltigen. Dieser wird von der Polizei gesucht. Es handelt sich dabei um einen Anhalter, der von den beiden am Augsburger Stadtrand Richtung Norden mitgenommen wurde. Bei einer vermeintlichen Zigarettenpause in einem Waldstück versuchten die beiden diesen zu vergewaltigen, was ihnen aber misslang. Der Jugendliche konnte fliehen. Neben diesem 16-jährigen sucht die SOKO weitere Kontaktpersonen der mutmaßlichen Mörder, insbesondere auch Chatbekanntschaften.

Hinweise zu diesem Fall bitte an die Dillinger Kriminalpolizei unter Tel.-Nr. 09071/56-0 oder 09071/56-444 (anonym).

Eingestellt von: Wolfgang Burkhard / Stefan Reck
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