Rückwärtssuche wird möglich
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Die Telekom wittert ein Geschäft und riskiert dabei die Gesundheit ihrer KundInnen. Um noch mehr Kohle zu scheffeln, kann ab Herbst über die Telekom die Adresse erfragt werden, die hinter einer weitergegebenen Rufnummer steckt, sofern der/die AnschlussinhaberIn nicht widersprochen hat. Die Neuregelung des Telekommunikationsgesetzes macht es möglich.
Ulrike Höfken, verbraucherpolitische Sprecherin von B'90/Die Grünen dazu: "Auf Druck von CDU/CSU und FDP im Vermittlungsverfahren wurde die so genannte Inverssuche seit Juli möglich. Rot-Grün hatte sich dagegen für ein Verfahren ausgesprochen, dass nur bei vorheriger Einwilligung des Verbrauchers eine Datensammlung und -nutzung erlaubt hätte. In den Verhandlungen konnte wenigstens noch erreicht werden, dass die Inverssuche erst dann erlaubt ist, wenn der Kunde keinen Widerspruch eingelegt hat und auf sein Recht hingewiesen wurde."
Schlau, schlau, dachte sich die Telekom und druckte daher im Kleingedruckten der Telefonrechnungen einen entsprechenden Hinweis. Ein Sprecher der Telekom begründete das in einem Interview damit, dass man der Kundschaft doch damit sogar entgegen gekommen sei. Schließlich würde ein separates Anschreiben als Werbung betrachtet und entsorgt werden. Und der Abdruck im Kleingedruckten sei doch nun wirklich deutlicher Hinweis genug. Und warum ist es so wichtig, der Inverssuche zu widersprechen?
Angenommen, jemand chattet in einem Chatroom, was ja nicht so selten vorkommt. Dort bandelt er mit einem interessanten Typen an, nicht ahnend, dass da ein verkappter Neonazi und seine Gesinnungsgenossen dahinter steckt. Schnell noch Nümmerchen ausgetauscht. Und schon könnte über die Inverssuche bei der Telekom die dahinter stehende Adresse erfragt werden. Auf den anschließenden Schlägertrupp braucht dann nicht mehr lang gewartet zu werden. Schlussendlich sind die wahren Täter und VerursacherInnen nicht mehr zu ermitteln, weder bei den Neonazis, noch bei den verantwortlichen PolitikerInnen. Also: unter der kostenpflichtigen Rufnummer 0137 5 103300 (12 ct./Verbindung) Widerspruch einlegen und bei der nächsten Wahl genau überlegen, wem man solch Ungemach zu verdanken hat.
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