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17.08.2004: Homo-Ehe in Österreich

Bundespräsident Fischer: Barrieren beseitigen

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht diskriminieren

Heinz Fischer (Österreichischer Bundespräsident)
Heinz Fischer (Österreichischer Bundespräsident)

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat sich am Dienstag erstmals zum Thema Gleichstellung für homosexuelle Paare geäußert und sprach sich in diesem Zusammenhang für die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aus. Fischer betonte, die gesellschaftliche Entwicklung sei in den vergangenen Jahren weiter gegangen "und der Konsens wird breiter, dass man gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht diskriminieren darf und dass man Menschen auch die Möglichkeiten geben sollte, in dieser Form füreinander da zu sein und zusammenzuleben".

Dazu sei es aber notwendig, diverse Barrieren, die es noch gebe und die von den Betroffenen als Diskriminierung empfunden würden, schrittweise zu beseitigen, so Fischer weiter. Auch in anderen europäischen Ländern sei diese Frage schon intensiv diskutiert und es seien Fortschritte gemacht worden. Österreich dürfe hier nicht zurückbleiben.

Fischer betonte zudem, dass er keine Diskriminierung von Ehe und Familie von Personen unterschiedlichen Geschlechts erkennen könne, wenn man die Lebensbedingungen für gleichgeschlechtliche Paare verbessere.

Fischer präzisierte später allerdings: "Es geht nicht um die Homosexuellen-Ehe, denn durch die Verwendung des Begriffes 'Homosexuellen-Ehe' wird das Problem unnötig aufgeladen und auf eine falsche Ebene geschoben. Mein Standpunkt ist, dass man Menschen, die eine gleichgeschlechtlich orientierte Beziehung haben, die auf Dauer angelegt ist, die auf gegenseitige Lebensgemeinschaft und Unterstützung angelegt ist, von Diskriminierungen befreien muss und dieser Lebensform auch gleichwertige Entfaltungsmöglichkeiten geben muss."

Junge ÖVP für Gleichstellung von Homo-Paaren

Silvia Fuhrmann (Obfrau der Jungen ÖVP)
Silvia Fuhrmann (Obfrau der Jungen ÖVP)

Im Gegensatz zu anderen ÖVP-Politikern kann sich Silvia Fuhrmann, Obfrau der Jungen ÖVP, eine registrierte Partnerschaft für Homosexuelle vorstellen. Der Forderung "Gleich viel Recht für gleich viel Liebe" könne sie viel abgewinnen, wenn es um die gesellschaftliche Anerkennung gehe, erklärte die Abgeordnete in einer Pressekonferenz. Allerdings müsse man Regelungen treffen, um Missbrauch bei Förderungen zu vermeiden. Das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare schließt sie aus.

"Den Betroffenen geht es darum ein Zeichen nach außen zu setzen. Zivilrechtlich ist viel geregelt, da ist nicht viel aufzuholen", so Fuhrmann. Es gebe schon einige Besserstellungen im Mietrecht, die Erbschaft können die Betroffenen testamentarisch festlegen. Bezüglich des Adoptionsrechts wolle sie "das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen". Sie wünsche sich, dass sich auch Psychologen in der Diskussion zu Wort melden um aufzuzeigen, welche Auswirkungen das auf ein Kind habe. Wichtig ist ihr, dass Betroffene in die Arbeitsgruppe der ÖVP einbezogen werden.

Eingestellt von: Wolfgang Keller
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