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International
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12.08.2004: Priesterseminar in St. Pölten
Aus für St. Pölten
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Schwule haben in der Kirche nichts zu suchen
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| Bischof DDr. Klaus Kueng |
Schluss mit lustig in St. Pölten. Der Visitator des Papstes, Bischof DDr. Klaus Küng, lies das Priesterseminar von St. Pölten kurzerhand schließen. Die dortige Situation wurde dem Vatikan offenbar zu brenzlig. Nach den intensiven Recherchen des Visitators war klar, dass es sich nicht um "Bubendummheiten" handelte. Dieser Ausspruch stammte aus dem Munde von St. Pöltens Bischof Krenn, der seinerseits sehr umstritten ist in Österreich. Auch die Ausführungen des Fotografen, der die Bilder, die Seminarteilnehmer in recht eindeutigen Posen zeigten, schoss, dass es sich nur um harmlose brüderliche Umarmungen handelte, halfen nicht mehr. Dem Visitator war am Schluss davon überzeugt, dass nichts mehr zu retten sei.
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Schlussfolgerungen nach katholischer Art
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| Der Dom von St. Pölten |
Die Ausführungen des Visitators sind allerdings mindestens genauso erschreckend. Statt sich mit dem "Phänomen" Homosexualität einmal neutral auseinanderzusetzen spricht er davon, dass man Priesterpersönlichkeiten brauche, die belastbar und "gesund" seien. Hier stellt sich dann sofort die Frage, was die Katholische Kirche unter krank versteht. Ist es "krank", sich Bilder von nackten Männern anzuschauen? Ist es krank, wenn Männer untereinander Sex haben? Ist es krank, wenn ein Mann einen anderen liebt? Schließt das eine (Priester) das andere (schwul sein) aus? Die Katholische Kirche hat gerade in der letzten Zeit diese These mehrmals untermauert. Ganz in diesem Sinne bietet der Visitator auch seelische und ärztliche Unterstützung für die sündigen Seminarteilnehmer an bei einer Begleitung zu neuen Berufen. Man kann also annehmen, dass allen "Betroffenen" eine kirchliche Karriere unfreiwillig "erspart" bleibt bzw. diese mit der Schließung endet.
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Kein Wort zu Bischof Krenn
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| Diözesanbischof Krenn |
Was aus dem Bischof von St. Pölten wird bleibt allerdings unklar. Anscheinend hat Diözesanbischof Kurt Krenn einen langen Atem. Trotz der mittlerweile feststehenden Verfehlungen in "seinem" Priesterseminar ist von einem Rücktritt keine Rede. Zwar haben sich alle seine Behauptungen - von ihm stammt das Wort "Bubendummheiten" im Zusammenhang mit sich küssenden Seminarteilnehmern - als Trugschluss erwiesen und die Tatsache, dass ein 27 jähriger polnischer Priesteranwärter angeklagt wurde wegen Besitzes von Kinderpornografie lastet schwer auf der Diözese. Der Bischof selbst geht allerdings in Deckung. Kaum ein Wort ist von ihm zu hören, was allerdings auch seitens des Vatikans anscheinend gewünscht wird. Dabei war Bischof Krenn von Anfang an überzeugt, dass die bereits im November 2003 festgestellten Dateien mit "kinderpornografisches Material" nicht zu weitergehenden Konsequenzen führen würden und hoffte, dass alle Vorwürfe "versanden" würden. Als die Staatsanwaltschaft dann tatsächlich im Sinne des Strafrechtes fündig wurde und auch noch "zwischenmännliches" aber legales Fotomaterial aus dem Seminar bekannt wurde, war der als ultrakonservativ bekannte Krenn immer noch der Meinung, die Sache aussitzen zu können.
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Kann diese Kirche noch lernen?
Kommentar : Die katholische Kirche Österreichs und nicht nur diese hat in der Vergangenheit schon öfters Krisen wegen sexuellen Eskapaden durchgemacht. In den USA waren gleich reihenweise Priester wegen des Vorwurfes von homosexuellen Handlungen meist versetzt, in den letzten Jahren auch zunehmend gefeuert worden. Dass es in der Kirche jede Menge Priester gibt, die sich weder an das Zölibat halten, noch an die Vorschriften des Vatikans in Hinsicht auf Homosexualität ist zwar beruhigend, wird aber geflissentlich seitens der Amtskirche ignoriert und verschwiegen. Man hat in Rom anscheinend Angst vor den Konsequenzen, die sich aus einer positiven Auseinandersetzung mit der Problematik ergeben. Letztendlich wird es in absehbarer Zukunft vielleicht nur eine Konsequenz geben. "Belastbare und gesunde Männer", wie von Visitator Kueng gewünscht, werden asexuelle Priesterseminare leiten in denen zuerst die Kraft aus dem Glauben eine sexuelle Entfaltung der Persönlichkeit zu unterdrücken gelehrt werden muss, bevor es um den Glauben geht. Jede sexuelle Betätigung, die eine, weil sie sich nicht mit dem Zölibat vereinbaren lässt, die andere, weil sie "krank" ist, wird unterdrückt um eine glückliche Amtskirche zu haben in der man sich dann endlich auch um die bedauernswerten Gläubigen kümmert, die in Sünde leben.
Darf's a bisserl mehr sein? Erst wenn die Katholische Kirche lernt, unverkrampft und menschlich mit der Gottesgabe Homosexualität umzugehen, erst dann wird sie die Probleme der zwischenmenschlichen Sexualität verstehen lernen können. Ob Adam mit Eva oder Adam mit Adam oder Eva mit Eva ins Bett geht: Dem da oben ist das völlig egal. Und so sollte es auch den Herren Rom und überall egal sein.
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Update - 27 jähriger Pole zu 6 Monaten auf Bewährung verurteilt
Der 27 jährige Student und Priesteranwärter, der Anstoß für die Untersuchungen im Priesterseminar war, wurde in einem einstündigem Verfahren zu einer Bewährungsstrafe von 6 Monaten verurteilt. Zuvor war es durch das große Presseinteresse zu fast tumulthaften Szenen im Gerichtsgebäude gekommen. Der Alumne gab zwar zu, sich die Bilder aus dem Internet heruntergeladen zu haben, diese seien aber angeblich vor Antritt des Priesterseminares von ihm auf der Festplatte gelöscht worden.
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Eingestellt von: Stefan Reck |