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03.08.2004: Homo-Kunde

Toleranz-Kunde statt Homo-Kunde

Politiker müssen nachsitzen

Kommentar von Wolfgang Keller:
Es ist in aller Munde. Das Wort heißt "Homo-Kunde". Und diese Homo-Kunde soll nun auch noch staatlich verordnet werden. Hört sich beim ersten Lesen erst einmal nicht schlecht an. Schaltet man das Gehirn dann allerdings ein, kann einem leicht schlecht werden. Das erinnert mich an eine Fabrik, in der Toleranz am Fließband produziert werden soll, doch Toleranz fängt in den Köpfen an, auch und vor allem in den Köpfen von Politikern, von denen sich manche sehr kopflos äußern. Der brandenburgische CDU-Chef Schönbohm will durch Verweigerung der Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Hetero-Ehe gar den Kinderboom in Deutschland erhöhen.

Schlecht hört es sich nicht an: Homo-Kunde an Schulen, aber dazu müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, das heißt konkret: Zuerst müssten die Lehrerinnen und Lehrer in punkto Toleranz geschult werden. Und wäre es dann nicht gleich besser, das ganze Toleranz-Kunde zu nennen?

Und in diesem Fach Toleranz-Kunde sollten - staatlich verordnet - an erster Stelle Politiker nachsitzen müssen, Politiker wie Geis, Schönbohm, Merk, Teufel, Schily oder wie sie alle heißen. Erst wenn Politiker tolerant auftreten, wird Toleranz-Kunde im Unterricht sinnvoll. Ansonsten bleibt es eine Farce.
Eingestellt von: Wolfgang Keller
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