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Deutschland

24.03.2006: Einbürgerungstest

CDU-Minister: Aus der Geschichte nichts gelernt

Was sind zwingende Voraussetzungen für die Einbürgerung?

Armin Laschet (CDU)
Armin Laschet (CDU)

Die Anerkennung des Existenzrechts Israels sieht der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) als zwingende Voraussetzung zur Einbürgerung. "Deutsche Geschichte ist nicht nur Beckenbauer und Goethe, sondern auch Auschwitz", sagte er der Zeitung "Die Welt".

Weiter betonte er: "Ein Gesinnungstest ist dies aber nicht. Daher lehne das Land Nordrhein-Westfalen auch Prüfungen ab, wie sie Baden-Württemberg vorschwebten: "Den Staat geht es nichts an, was Menschen über Homosexualität denken." Es gehe vielmehr um Geschichtskenntnisse und die Lehren daraus. "Deutschland hat eine besondere Verantwortung dafür, dass der Antisemitismus immer bekämpft wird."

Auschwitz steht auch für den Mord an Schwulen

Kommentar von Wolfgang Keller:
Sorry, Herr Laschet, aber könnte es sein, dass ich Ihre Äußerungen missverstehe? Sie sagen: "Deutsche Geschichte ist nicht nur Beckenbauer und Goethe, sondern auch Auschwitz." Wie wahr. Das wissen auch wir Schwulen. Sie sagen auch, es gehe beim Einbürgerungstest um Geschichtskenntnisse und die Lehren daraus." Wie wahr. Das wissen auch wir Schwulen. Sie sagen weiter: "Deutschland hat eine besondere Verantwortung dafür, dass der Antisemitismus immer bekämpft wird." Wie wahr. Auch hier stimmen wir Ihnen vollkommen zu. In diesem Zusammenhang, sehr geehrter Herr Laschet, wäre es vielleicht besser gewesen zu sagen: "Deutschland hat eine besondere Verantwortung dafür, dass sich die Geschichte nicht wiederholt." Denn wenn Sie im selben Interview äußern, den Staat gehe es nichts an, was Menschen über Homosexualität denken, dann haben Sie aus der Geschichte nichts gelernt. Auschwitz steht auch für den Mord an Homosexuellen. Und Ihnen ist es gleich, was Menschen über Homosexualität denken? Uns nicht, Herr Laschet, uns nicht. Wir haben aus der Geschichte gelernt.
Eingestellt von: Wolfgang Keller
Druckversion des Artikels (*PDF)

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