LSU äußert sich zum Einbürgerungsleitfaden aus Baden-Württemberg
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| Lesben und Schwule in der Union |
Würzburg - Mit seinem Frageborgen für Muslime die um die deutsche Staatsbürgerschaft nachsuchen, springt der baden-württembergische Innenminister Rech nach Ansicht der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) zu kurz. Demokratische Grundwerte und Akzeptanz eines modernen Gesellschaftsbildes müssen gleichermaßen für Alle gelten, unabhängig der religiösen Überzeugung und ethnischen Herkunft.
Wer die deutsche Staatsbürgerschaft anstrebt, sollte sich eindeutig und klar zu unserem demokratischen Wertesystem und unserer staatlichen Ordnung bekennen. Die Überprüfung der Akzeptanz der gemeinsamen Überzeugungen, was z.B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Anerkennen des staatlichen Gewaltmonopols, dem Kampf gegen Terrorismus und Fanatismus, die Garantie der individuelle Menschenwürde und der Gleichwertigkeit von Hetero- und Homosexualität soll durch den Fragebogen aus Baden-Württemberg ausschließlich für Muslime überprüft werden. Sie müssen aber nicht nur für jene verbindlich sein, die die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen wollen, sondern auch für jene die sie seit Geburt besitzen.
Was die Fragen der Toleranz gegenüber Homosexuellen betrifft, die sich am Ende des Fragebogens befinden, hat man anscheinend schon vergessen, dass der Vatikan 2003 alle katholischen Politiker zum Widerstand gegen die Legalisierung eheähnlicher Formen im Zusammenleben von Homosexuellen aufforderte. Es bleibt auch fraglich, ob das Lesen der Bibel, mit Sätzen wie „Das Weib sei dem Manne untertan" (z.B. Epheser 5, 22), dem Frauenbild dienlicher als manche Stelle aus dem Koran?
„Wenn bezüglich dieses Fragebogens das letzte Wort gesprochen ist, würde es auch für den Papst schwer werden, die Wiedereinbürgerung zu erlangen“, stellt Axel Hochrein, stellvertretender Bundesvorsitzender der LSU fest. Er weist darauf hin, dass „ wir Akzeptanz und Toleranz, die wir von muslimischen Eltern gegenüber ihren homosexuellen Kindern fordern, auch für Kinder deutscher Eltern garantieren können sollten, was leider noch nicht der Fall ist“.
Nach Meinung der LSU ist dieser Fragebogen der falsche Weg um die demokratische Gesinnung und Zustimmung zu unserem Wertesystem zu überprüfen. Sie begrüßt es ausdrücklich, dass andere unionsgeführte Länder die Übernahme dieses Fragebogens ablehnen.
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