Was ist los in Polen?
Spricht man mit schwulen polnischen Touristen, ist man als schwulenbewegter Deutscher oft irritiert. Zwar weiß man auch von vielen Deutschen, die sich um Politik nicht oder nur wenig kümmern, aber ein solches Desinteresse an Politik wie man dies von Polen vermittelt bekommt ist ungewöhnlich. Schaut man dann aber auf die Wahlergebnisse in Polen, wird schnell klar, dass es sich nicht um ein schwullesbisches Problem handelt. Vielmehr zeigen Wahlbeteiligungen von knapp mehr als 40 Prozent, dass die gesamte polnische Bevölkerung kein Vertrauen hat in die eigenen Politiker, weder in die von Rechts, noch die von Links.
Zu alledem ist die katholische Kirche in ihrer Rolle als Hüterin der Moral in Polen allgegenwärtig. Mit dem RAdiosender "Radio Maria" werden zudem genau die Parteien recht offen unterstützt, die anscheinend die Schwulen und Lesben aus Polen ganz verbannen wollen.
Das stellt uns auch vor Fragen. Wie sollen wir als Deutsche mit der Situation umgehen, dass in einem Nachbarstaat, der zudem der EU beigetreten ist, die Menschenrechte von Lesben und Schwulen quasi mit Füßen getreten werden? Für viel weniger Intoleranz wurden früher Firmen boykottiert, aber was macht man mit einem ganzen Staat? Ich appelliere an die Politiker in Deutschland und gerade auch an die neue Regierung hier ein Zeichen zu setzen, dass solche undemokratischen Vergehensweisen nicht toleriert werden. Und die Europäische Union ist gleichfalls gefragt.
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