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08.07.2005: ADG

ADG im Bundesrat gescheitert

LSVD verurteilt die heutige Entscheidung zum Antidiskriminierungsgesetz

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilt die heutige Entscheidung des Bundesrates zum Antidiskriminierungsgesetz. Mit der Anrufung des Vermittlungsausschusses haben die unionsregierten Bundesländer dem Antidiskriminierungsgesetz den Todesstoß versetzt, erklärt Philipp Braun, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) in einer Pressemitteilung. Das Gesetz muss nun nach der Bundestagswahl vollkommen neu verhandelt werden.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hatte heute an der von Behindertenverbänden initiierten Mahnwache für das Antidiskriminierungsgesetz teilgenommen. Die Absage des Bundesrates an eine wirksame Antidiskriminierungspolitik konnte damit allerdings nicht verhindert werden.

In der Praxis bedeutet die heutige Entscheidung, dass Lesben, Schwule, Behinderte und andere Minderheiten weiterhin sanktionslos diskriminiert werden dürfen. Deutschland drohen deswegen Strafzahlungen an Brüssel - die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU hätten bereits vor Jahren umgesetzt werden müssen. All das haben die Unionsländer mit ihrer Blockadepolitik zu verantworten!

In seiner Pressemitteilung fordert der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) CDU, CSU und FDP auf, ihre ideologische Verweigerungspolitik zu beenden. Bürgerrechte wie der Diskriminierungsschutz für Minderheiten sind nicht verhandelbar. Es gibt kein Recht auf Diskriminierung!

CDU/CSU-Bundestagsfraktion zeigt sich zufrieden

CDU/CSU-Bundestagsfraktion
CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn MdB, und die zuständigen Berichterstatter, Markus Grübel MdB und Hannelore Roedel MdB begrüßen in einer Pressemitteilung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sehr, dass der Bundesrat heute zum Antidiskriminierungsgesetz den Vermittlungsausschuss angerufen hat. Und weiter heisst es wörtlich: "So kann dieses Gesetz vielleicht doch noch verhindert werden. Dies ist dringend notwendig, da das Gesetz massiv in die Vertragsfreiheit und in die Eigentumsrechte der Bürger eingreift, mehr Bürokratie schafft und bestehende Arbeitsplätze vernichtet.

Wir setzen uns für einen neuen Gesetzentwurf ein, der die EU-Richtlinien eins zu eins umsetzt und kein Stück mehr. Das rot-grüne ADG geht sowohl im Zivil- als auch im Arbeitsrecht weit über die EU-Vorgaben hinaus."

Dass die Damen und Herren der Unionsparteien noch nie ein Stück mehr für Schwule und Lesben getan haben, ist bekannt. Es liegt auch an uns, dies in Zukunft zu verhindern.

Die Lesben und Schwulen in der Union, die sonst mit Worten sehr schnell sind, lassen auf ihren Internetseiten einen Kommentar zum heutigen Verhalten der CDU/CSU missen. Auch eine Pressemitteilung steht noch aus.

Eingestellt von: Wolfgang Keller
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