Prodi nennt Sieg historisch
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| Nichi Vendola (48) |
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In der italienischen Region Apulien geschah ein kleines Wunder. Für Italien absolut unüblich hat ein offen schwuler Politiker die Vorwahlen der Opposition gewonnen.
Anfang April finden Regionalwahlen in der Süditalienischen Region statt. Dabei geht es auch um den Posten des Präsidenten der Region Apulien. Nachdem sich die Opposition nicht auf einen Kandidaten einigen konnte, wurden Vorwahlen abgehalten. Erstaunlich war die Beteiligung an diesen Vorwahlen. Statt der prognostizierten 40.000 kamen über 80.000 Wahlberechtigte zu den Wahllokalen. Und, damit rechnete niemand, der Außenseiter gewann. Der offen schwule Kommunist (Partito della Rifondazione Comunista), Schriftsteller und Parlamentsabgeordnete Nichi Vendola, Jahrgang 58, erreichte 51 % der Stimmen und setzte sich gegen den 36 Jährigen Francesco Boccia aus Bari durch. Letzterer wurde von den eher konservativen Kräften des linken Oppositionsbündnisses (L'Ulivo) aufgestellt und hatte angeblich vor den Wahlen einen Vorsprung von 80 zu 20% der Stimmen.
Vorwahlen sind Italien eigentlich nicht üblich. Bisher war es meist so, dass die Opposition sich vor den Wahlen auf den aussichtsreichsten Kandidaten einigten. Das Konzept ging auch bei den meisten Regionalwahlen der letzten Monate auf. Viele Regionen wurden von der regierenden Mitte-Rechts Koalition zurückerobert. In Apulien lief auch erst einmal alles auf den Ökonomieprofessor und Wirtschaftsassessor Boccia hin. Die großen Parteien innerhalb des Mitte-Links Bündnisses und viele Bürgermeister der Region schossen sich auf Boccia als Kandidaten ein. Niemand rechnete damit, dass die Basis einen schwulen Kommunisten wählen würde. Doch abgesehen davon, dass Vendola ein beliebter Politiker in Apulien ist und seit einigen Jahren im Parlament sitzt, war dies auch eine Reaktion auf das Postengeschachere des Linksbündnisses.
Apulien (Puglia) liegt ganz im Süden von Italien und bildet den Absatz des italienischen Stiefels. Bari ist mit 340.000 Einwohnern die Hauptstadt der Region, die aus fünf Provinzen gebildet wird. Insgesamt leben dort 4,080 Millionen Menschen. Eine Besonderheit in der Region sind viele Dörfer, in den heute noch griechisch oder auch Albanisch gesprochen wird.
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