Auch ein schwuler Außenminister muss in Begleitung reisen können
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| Außenminister Guido Westerwelle (FDP) |
| Foto: www.guido-westerwelle.de |
Die SPD kritisiert Guido Westerwelle: Generalsekretärin Andrea Nahles will klären, ob sein Lebensgefährte Michael Mronz die Reisen des Außenministers für eigene Geschäfte nutzt. Der FDP-Chef will auf seiner Südamerika-Reise nichts von "haltlosen Vorwürfen" wissen.
Volker Beck, MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer von Bündnis 90 / Die Grünen zu Andrea Nahles Äußerung über Westerwelles Reisebegleitung:
Ob der Lebensgefährte oder die Ehefrau ein Mitglied der Bundesregierung begleitet, tut nichts zur Sache. Deshalb verlässt auch mancher Zungenschlag in der Debatte um die Begleitung des Außenministers durch seinen Lebensgefährten Michael Mronz die sachliche Ebene.
Westerwelle muss erklären, ob Spenden an die FDP Einfluss auf die Einladungspraxis seines Ministeriums bei Delegationsreisen und in seiner Dienst-Villa haben.
Für die Begleitung durch seinen Lebensgefährten muss er sich aber genausowenig rechtfertigen, wie ein Außenminister, der seine Ehefrau mitnimmt.
Im Gegenteil: In manchen Ländern kann ein solcher Auftritt ein Appell zu mehr Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen sein. Und das wäre dann gut so!
Zu der Auseinandersetzung über die Begleitung des Außenministers durch seinen Lebenspartner Michael Mronz erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):
Es ist zu begrüßen, dass Außenminister Guido Westerwelle bei offiziellen Anlässen und Reisen von seinem Partner begleitet wird. Das setzt ein wichtiges Zeichen der Normalität in der internationalen Politik. Denn in vielen Ländern sind Homosexuelle noch von Unterdrückung, Gewalt und staatlicher Verfolgung bedroht.
Ob die Begleitung durch einen Partner im jeweiligen Fall hilfreich oder unangebracht ist, darf aber keine Frage der sexuellen Orientierung sein. Hier müssen gleiche Maßstäbe für homo- und heterosexuelle Partnerschaften gelten.
Wir fordern Politik und Medien auf, kritische Nachfrage differenziert und sachorientiert vorzubringen. Da sollte es keinen falsch Zungenschlag geben. Wer Homosexualität zum Thema machen will, sollte sich lieber auf die noch notwendigen Schritte zur Gleichstellung und den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen an Lesben und Schwulen konzentrieren.
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