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30.01.2010: Artikel 3

Artikel 3: Union und FDP blockieren

Als Stimmvieh gut genug...

Ralph Hoffmann
Ralph Hoffmann
Kommentar von Ralph Hoffmann:
Schwule haben in der Zeit von Dunkeldeutschland, als Hitler und seine Mitverbrecher herrschten, schwer gelitten. Nachdem die Nürnberger Rassegesetze geschmiedet waren, wurden kurz darauf an gleicher Stelle auch die Gesetze zur Säuberung des deutschen Volkes von Homosexuellen beschlossen. Die Folge: Zigtausende Schwule wurden verurteilt, Tausende von Ihnen kamen um. Manche erkauften sich die Freiheit durch Kastration und litten Jahrzehntelang im Adenauer-Deutschland. Eine Wiedergutmachung durften sie nicht erleben, während andere Opfergruppen um sie herum wenigstens anerkannt wurden.

Die Hetze gegen Homosexuelle dauert an.
Liest man in den einschlägigen Foren der Neonazis, wird einem schlecht, heißt es doch da z.B. zum Mahnmal für Homosexuelle in Berlin: „...ein paar aufrechte Volksgenossen werden dort mal nachts vorbei schauen und in künstlerischer Form darstellen, was der überwiegende Teil der Deutschen von diesem schwulen Dreck hält.“ Und es wird einem klar, dass gehandelt werden MUSS.

Die sexuelle Identität gehört in das Grundgesetz als schützenswert verankert. Union und FDP verweigern sich diesem Handeln. Sie erkennen keine Notwendigkeit. Und damit machen sie sich die Sache der Neonazis zu eigen. Das Grundgesetz spiegelt die schlechten Erfahrungen Deutschlands mit den Nazis wieder. Es atmet den Geist der Menschenwürde und der Ablehnung von Rassismus und Faschismus. Doch einen Teil der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sparen die Schwarz-Gelben bewusst aus: die Lesben und die Schwulen.

Sehr bedenklich ist das besonders bei der FDP. Sie ist bei der letzten Bundestagswahl regelrecht in der Szene wildern gegangen und hat sich als Menschenrechtspartei auch für Schwule und Lesben aufgespielt. Nun verweigert sie sich, den Artikel 3 des Grundgesetzes um lediglich 3 Worte zu ergänzen. FDP-Bundestagsabgeordneter Kauch wird wieder eilfertig und Unions-buckelnd darauf verweisen, dass die Union ja nicht so weit sei, weshalb man als FDP auch dagegen sein muss. Wenn es der FDP wirklich um Menschenrechte und Menschenwürde auch für Lesben und Schwule gehen würde, würde sie sich deutlich zur Ergänzung des Grundgesetzes um die drei Wort „seiner sexuellen Identität“ bekennen, auch gegen die Union. Es wäre eigentlich ganz einfach. Man tut es nicht. Also kann das nur bedeuten, dass Schwule und Lesben als Stimmen recht waren aber als Aufgabengebiet unbillig sind. Vielleicht lernt Helga Normallesbe und Otto Normalschwul nun, dass Stimmen für die Union oder FDP immer verlorene Stimmen sind.
Eingestellt von: Wolfgang Keller
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